Wir spiegeln hier die Programmatischen Grundsätze, die der Landesarbeitskreis Revolutionäre Linke (LAK RL) – eine marxistische Strömung in der Linksjugend Hamburg, an deren Aufbau sich Genossinnen und Genossen von Offensiv beteiligen – im Mai 2026 als politische Grundlage seiner Arbeit verabschiedet hat.
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Der Landesarbeitskreis Revolutionäre Linke in Linksjugend ['solid] Hamburg tritt für klassenkämpferische, revolutionär-marxistische Positionen ein: Für eine konsequente Orientierung auf die arbeitende Klasse und ihre Kämpfe, für entschlossenen Widerstand gegen Sozialabbau und Aufrüstung, für den Sozialismus und eine kommunistische Zukunft als Ziel. Konkret stehen wir auf der Grundlage folgender Eckpunkte:
Soziale Frage: Klassenkampf organisieren!
Wir leben in einer Klassengesellschaft. Eine kleine Minderheit häuft durch ihren privaten Besitz an Produktionsmitteln (Fabriken, Unternehmen, Banken usw.) Milliardenvermögen und politische Macht an, während die große Mehrheit nur durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft über die Runden kommt und immer in der Gefahr schwebt, in Armut und soziales Elend abzurutschen.
Die Aufgabe linker Kräfte ist es, den Widerstand der arbeitenden Klasse gegen die Reichen und Mächtigen zu organisieren. Dabei kämpfen wir für das Ziel des Sozialismus, aber auch für konkrete Verbesserungen auf dem Weg dorthin:
Für höhere Löhne und Sozialleistungen, für eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohn- und Personalausgleich, für ein Absenken des Renteneintrittsalters, für die Enteignung privater Wohnungskonzerne, für mehr Sozialwohnungsbau in staatlicher Hand ohne zeitliche Befristung und für vieles mehr – finanziert durch die Profite der Banken und Konzerne.
Uns ist bewusst, dass soziale Reformen alleine die kapitalistische Ordnung nicht überwinden können. Aber der erfolgreiche Kampf für ihre Durchsetzung schafft in der arbeitenden Klasse das Bewusstsein für ihre eigene Stärke und dadurch die Voraussetzungen für den revolutionären Kampf um Arbeitermacht, für die sozialistische Revolution.
Gegen Krieg und Imperialismus!
Die Spannungen zwischen den imperialistischen Blöcken nehmen täglich zu. Keiner der beteiligten Staaten und Machtblöcke (NATO/EU/USA, China/Russland) agiert dabei im Interesse der Arbeitenden und Armen: Sie alle wollen in erster Linie ihrem nationalen Kapital bessere Wettbewerbsbedingungen, neue Märkte, Zugang zu Rohstoffen usw. ermöglichen.
Wir lehnen die Aufrüstung und die Kriege der Herrschenden ab! Wir stellen uns gegen Waffenexporte, gegen die Wehrpflicht, gegen jede Unterstützung für „unsere“ herrschende Klasse (deutsche Kapitalisten und deutsche Regierung) in der Welt.
Wir stehen an der Seite der Arbeiterklasse in allen Ländern gegen ihre jeweiligen Herrschenden und an der Seite unterdrückter Völker, die ihr Selbstbestimmungsrecht verteidigen.
Wir solidarisieren uns zum Beispiel ausdrücklich mit dem Kampf der Palästinenser gegen den zionistischen Siedlerstaat Israel und für ein freies Palästina. Dabei sprechen wir uns stark gegen die Instrumentalisierung des Antisemitismusbegriffs aus. Ebenfalls verurteilen wir individuelle Anschläge auf Teile der unterdrückten Massen und die arbeitende Klasse.
Wir fordern den Bruch mit den imperialistischen Institutionen UNO, NATO, EU, IWF, Weltbank und allen weiteren Bünden des internationalen Kapitals gegen die Unterdrückten und Ausgebeuteten auf der Welt – unsere Alternative ist der globale Zusammenschluss der Massen von unten, der internationale Sozialismus!
Klima und Umwelt retten: Nur möglich durch Sozialismus!
Unser Planet rast auf eine Umweltkatastrophe zu – verursacht vor allem durch den Zwang zu Profitmaximierung und Kapitalakkumulation, der dem Kapitalismus zwangsläufig innewohnt.
Solange Konkurrenz und Profitlogik die Wirtschaft global dominieren, wird es kein ökologisches Gleichgewicht von Mensch und Natur geben.
Nur eine weltweite Planung der Produktion, die etwa einen Fokus auf den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel, Investitionen in umweltschonende Technik usw. ermöglichen würde, kann die Umweltkatastrophe aufhalten. Dafür müssen die Produktionsmittel aber dem Kapital entrissen und demokratisch kontrolliert werden. Dieses sozialistische Ziel schließt den Kampf für konkrete ökologische Verbesserungen im Hier und Jetzt natürlich nicht aus.
Nein zu Spaltung und Diskriminierung!
Die Herrschenden können ihre Macht sichern, wenn sie die unterdrückte Klasse entlang ethnischer, geschlechtlicher und anderer Linien spalten. Regelmäßig werden ganze Gruppen von Menschen aus der arbeitenden Klasse zu Sündenböcken gemacht, gegen die rassistische, sexistische und weitere Hetze betrieben wird.
Wir lehnen jeden Rassismus ab, kämpfen gegen die Unterdrückung der Frau, das Patriarchat sowie gegen die Diskriminierung von queeren Menschen und stehen für die Klasseneinheit aller Arbeitenden und Armen unabhängig von ihrer Herkunft, Geschlecht usw.
Die Herrschenden wollen uns spalten – der Klassenkampf gegen sie vereint uns!
Für revolutionären Antifaschismus!
Das Verbreiten von Hass und Hetze gegen Teile unserer Klasse ist politisches Alltagsgeschäft der extremen Rechten, also von Parteien wie der AfD und Neonazis. Sie sind der Rammbock der Herrschenden gegen die organisierte Arbeiterbewegung. Ihnen darf kein Meter auf der Straße gehören; wir müssen sie zerschlagen!
Der Aufstieg der AfD ist die Konsequenz der Politik der „demokratischen Mitte“. Die AfD reiht sich nahtlos in die Forderungen der pro-kapitalistischen Parteien mit ein und bietet nur einen Unterschied in der Härte, in der sie sie vertritt. Sie ist nicht die Alternative zur „demokratischen Mitte“, sondern ihre Radikalisierung. Deshalb gilt es nicht die AfD gesondert zu bekämpfen, sondern ihre Parallelen zum pro-kapitalistischen Establishment aufzuzeigen, sie als vermeintliche „Opposition“ zu entlarven und selbst die Rolle der radikalen Opposition einzunehmen.
Für eine umfassende autoritäre Wende – Kriegsvorbereitung, Militarisierung der Gesellschaft und brutaler Sozialabbau – braucht es nicht erst die AfD. Seit Jahren setzen die Parteien der „demokratischen Mitte“ diese (Zeiten-)Wende um, angefangen mit der „Fortschrittskoalition“ aus SPD, Grünen und FDP 2021–2025. Die Politik der „Demokraten“ legt den Grundstein für den Aufstieg der extremen Rechten.
Ein Kampf gegen den Rechtsruck an der Seite der Verursacher des Rechtsrucks macht keinen Sinn! Wir lehnen „breite Bündnisse“ mit Kräften wie der CDU oder das parlamentarische Zusammenwirken mit solchen Kräften „gegen Rechts“ ab. Nicht das Einreihen in den „demokratischen Block“ der bürgerlichen Parteien bremst den Aufstieg der AfD, sondern entschiedener Kampf gegen die bestehenden Verhältnisse!
Die Linke und ['solid]: Für einen klassenkämpferischen Kurs!
Die Linke und Linksjugend ['solid] sind aktuell der wichtigste Sammelpunkt für alle, die sich gegen soziales Elend, Rechtsruck und Kriegsgefahr zur Wehr setzen wollen. Partei und Jugendverband können aber nur eine positive Rolle spielen, wenn sie klar für die Interessen der arbeitenden Klasse und gegen die Politik der Herrschenden einstehen. Wir müssen die Fundamentalopposition zur bestehenden Ordnung sein.
Wir lehnen deshalb die Beteiligung der Linken an Regierungen mit pro-kapitalistischen Parteien ab – egal ob mit SPD und Grünen oder mit der CDU. Die Linke darf nicht Sozialabbau und Kriegskurs mitverwalten, sondern muss den Widerstand dagegen auf den Straßen und in den Betrieben organisieren.
Innerhalb der Linken treten wir für einen kämpferischen Oppositionskurs, für die jederzeitige Wähl- und Abwählbarkeit von Funktionsträgern, für die Begrenzung von Abgeordnetendiäten auf einen durchschnittlichen Arbeiterlohn und für einen Schwerpunkt auf Protest und Widerstand von unten statt auf Parlamentsarbeit ein.
Ebenfalls streiten wir in den Gewerkschaften für eine antikapitalistische und klassenkämpferische Ausrichtung: Wir wollen kämpfen statt zu betteln!
Für Sozialismus und Rätemacht!
Unser Ziel ist nicht einfach eine linke Regierung, die sozialere Politik macht. Wir erklären offen: Wir wollen ein anderes System! Wir kämpfen für eine sozialistische Räterepublik, in der sich Fabriken und Betriebe in Gemeineigentum befinden und die Wirtschaft demokratisch nach den Bedürfnissen der Bevölkerung geplant wird. Die politische und ökonomische Macht liegt dann ganz in den Händen der arbeitenden Bevölkerung, die demokratisch in Räten, Komitees und ähnlichen Strukturen über Politik und Wirtschaft entscheidet – so dezentral wie möglich, so zentral wie nötig.
Der Kampf für sozialistische Rätemacht erfordert den Bruch mit dem Kapitalismus und dem ihn stützenden Staatsapparat, also eine Revolution durch die arbeitende Klasse. Nur sie kann die jetzt herrschende Klasse – die Banken- und Konzernbesitzer – enteignen und entmachten. Darauf muss jede revolutionäre, linke Politik abzielen.
Unsere Perspektive bleibt, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (Karl Marx) und eine klassenlose, kommunistische Gesellschaft im Weltmaßstab zu erreichen.







